
Film set studio photographed with fish eye lens von Brands&People / Unsplash Unsplash License
Filmlocation-Kosten bestehen selten nur aus einem Tagessatz. Für ein belastbares Budget brauchst du Motivmiete, Aufbau, Rückbau, Overtime, Reinigung, Nebenkosten, Versicherung, Kaution und Nutzungsumfang im Blick.
Eine Filmlocation kostet nicht nur den Tagessatz, der im ersten Angebot steht. Für ein brauchbares Produktionsbudget zählen auch Aufbau, Rückbau, Overtime, Reinigung, Strom, Heizung, Sicherheit, Parken, Kaution, Versicherung und der Umfang der späteren Nutzung.
Die kurze Antwort: Kleine Foto- und Content-Shootings können mit deutlich niedrigeren Sätzen auskommen als Werbung, Film oder TV. Bei privaten Wohnungen, Häusern, Villen und Gewerbeflächen sieht man am Markt grobe Tagessatz-Signale von einigen hundert Euro bis mehrere tausend Euro. Der echte Preis entsteht aber aus Aufwand, Risiko und Nutzungsumfang.
Dieser Beitrag ist eine Budget- und Verhandlungsorientierung, kein verbindlicher Preisspiegel und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Nutze die genannten Werte als Marktsignale, nicht als Garantie.
Der Preis einer Filmlocation ist die Summe aus Wert, Störung und Risiko. Wert heißt: Wie selten, passend, gut gelegen und visuell stark ist das Motiv? Störung heißt: Wie stark blockiert der Dreh Bewohner, Betrieb, Mitarbeitende oder Gäste? Risiko heißt: Was kann beschädigt werden und wie schwer lässt es sich zurücksetzen?
Deshalb kann eine kleine Küche teuer sein, wenn sie für einen Werbedreh exklusiv, nachts und mit großem Team gebraucht wird. Eine große Halle kann günstiger sein, wenn sie leer, belastbar, gut erreichbar und ohnehin für Produktionen ausgelegt ist.
Öffentliche Preislisten sind uneinheitlich, weil viele Locations individuell anbieten. LocationRobot nannte in einem älteren Marktbeitrag für Wohnungen Beispiele ab etwa 800 Euro, hochwertig ausgestattete Wohnungen um 1.200 bis 1.500 Euro und luxuriöse Wohnungen bis 2.500 Euro oder mehr; Villen wurden dort mit etwa 1.000 bis 5.000 Euro Tagesmiete und mehr beschrieben (LocationRobot).
Landauer Locations nennt für Wohnungen oder Häuser als Anbieter-Kommunikation 1.500 bis 5.000 Euro pro Drehtag und zusätzlich die Hälfte der Tagespauschale für Aufbau oder Abbautag (Landauer Locations). Das ist kein allgemeiner Tarif, aber ein nützliches Signal für private Motive in professionellen Produktionen.
Für Budgetplanung ist wichtiger als die Spanne: Frage, welcher Nutzungstag gemeint ist. Ein 10-Stunden-Fototag, ein 12-Stunden-Filmtag, ein Social-Content-Slot, ein TV-Dreh mit Nachtarbeit und eine Exklusivwerbung sind unterschiedliche Produkte.
Die Motivmiete ist der Betrag für die Überlassung des Ortes. Die Gesamtkosten entstehen erst, wenn du alle Bedingungen addierst: Anfahrt, Load-in, Halteverbote, Parkflächen, Technikwege, Strom, Wasser, Heizung, Reinigung, Schutzmaterial, Personal, Security, Sanitär, Cateringflächen und Rückbau.
Ein Angebot ist deshalb nur dann vergleichbar, wenn dieselben Leistungen enthalten sind. Location A kann günstiger wirken, aber keine Parkflächen, keinen Strom und keine Reinigung enthalten. Location B wirkt teurer, spart aber Crewzeit, Transport und Abstimmung.
Der Bundesverband Locationscouts beschreibt in seinem Leitfaden als Orientierung einen Nutzungstag von 12 Stunden für Film-, Vor- und Nacharbeiten und 10 Stunden für Fotoaufnahmen; darüber hinaus sollte eine Überstundenregelung pro angefangene Stunde greifen (BVL-Leitfaden für Motivverträge).
Der gleiche Leitfaden nennt Auf- und Abbautage mit mindestens einer halben Tagesmiete und weist darauf hin, dass Standtage, etwa über ein Wochenende, ebenfalls vergütet werden können (BVL-Leitfaden). Für Produktionen heißt das: Ein eintägiger Dreh kann im Budget zwei oder drei kostenrelevante Tage auslösen.
Nicht jede Produktion nutzt ein Motiv gleich. Ein Imagefilm auf der Website, eine lokale Social-Ad, ein TV-Spot, ein internationaler Werbefilm und eine fiktionale Serie haben unterschiedliche Sichtbarkeit, Laufzeit und Markenrisiken. Je breiter und länger die Nutzung, desto genauer sollte sie bepreist werden.
Der Begriff Buyout wird oft unscharf verwendet. Praktisch meint er: Die Produktion möchte Aufnahmen der Location in einem bestimmten Umfang nutzen, ohne später nachverhandeln zu müssen. Für Hosts kann das fair sein, wenn Gebiet, Dauer, Medien, Paid Media und sensible Branchen transparent bezahlt werden.
Reinigung, Strom, Wasser, Heizung, Müll, Sicherheit, Portier, Hausmeister, Elektriker, Schutzmaterial, Parken und Schlüsselhandling sollten nicht im Unklaren bleiben. Entweder sind sie im Tagessatz enthalten oder sie werden als konkrete Kostenpositionen vereinbart.
Die California Film Commission empfiehlt Eigentümern, eine gestaffelte Preislogik nach Budget und Crewgröße zu entwickeln, Prep- und Strike-Tage gesondert zu betrachten, verlorenen Geschäftsbetrieb einzupreisen und zwischen Pauschale inklusive Services und Nutzungspreis plus Erstattung zu unterscheiden (California Film Commission). Auch wenn diese Quelle US-bezogen ist, ist die Kostenlogik für Produktionen gut übertragbar.
Angenommen, eine Wohnung kostet 1.500 Euro für einen Drehtag. Dazu kommt ein halber Aufbautag, Reinigung, Schutzmaterial, zwei reservierte Stellplätze, Overtime-Risiko und eine Kaution. Plötzlich planst du nicht mehr mit 1.500 Euro, sondern mit einem kleinen Kostenpaket.
Das heißt nicht, dass die Location zu teuer ist. Es heißt nur, dass das Angebot ehrlich werden muss. Für Produktionen ist die beste Verhandlung nicht der niedrigste Tagessatz, sondern ein Preis, der alle echten Bedingungen sichtbar macht.
SetScout ersetzt keine individuelle Kalkulation, macht aber die Anfrage strukturierter. Wenn Produktionen Datum, Teamgröße, Räume, Nutzung, Budget und Sonderbedarf klar angeben, können Hosts schneller einschätzen, ob der Preis und die Bedingungen passen.
Vergleiche nicht nur Bilder, sondern Produktionsfähigkeit. Starte mit passenden Drehorten, lies ergänzend die Klauseln im Motivvertrag Film und prüfe als Host den Ratgeber zur Motivmiete für Filmlocations.
Es gibt keinen festen Tagespreis. Öffentliche Marktsignale reichen je nach Motiv und Produktion von einigen hundert Euro bis mehrere tausend Euro pro Tag. Für ein reales Budget zählen neben der Motivmiete auch Zeiten, Nebenkosten, Reinigung, Versicherung, Kaution und Nutzungsrechte.
Nicht automatisch. Manche Hosts kalkulieren Aufbau und Rückbau in den Tagessatz ein, andere rechnen anteilige Tagesmieten oder konkrete Zusatzkosten ab. Frage immer nach, ob Load-in, Schutzmaßnahmen, Reinigung und finale Übergabe enthalten sind.
Buyout meint meist eine breitere Nutzungsfreigabe für Aufnahmen der Location. Entscheidend sind Medien, Gebiet, Dauer, Paid Media, Standbilder und sensible Branchen. Der Begriff allein reicht nicht; der konkrete Umfang muss im Vertrag stehen.
Das hängt vom Anbieter, seiner steuerlichen Situation und der konkreten Rechnung ab. Produktionen sollten früh klären, ob Preise netto oder brutto gemeint sind und ob Umsatzsteuer ausgewiesen wird. Steuerfragen gehören in die Buchhaltung oder Beratung, nicht in eine spontane Drehortverhandlung.
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