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Praktischer Guide für inklusive Produktionsplanung: Welche Zugangsdaten Hosts und Teams vor Anfrage, Recce und Buchung dokumentieren sollten.
Barrierefreiheit am Drehort ist mehr als ein Symbol am Eingang. Für Crew, Cast, Kundinnen, Gäste, Hosts und Dienstleister zählt der konkrete Weg: vom Parkplatz zur Tür, durch das Gebäude, zum Set, zur Toilette, zum Aufenthaltsraum, zum Notausgang und wieder zurück.
Dieser Guide zeigt, welche Zugangsdaten Produktionen und Hosts vor der Zusage klären sollten. Er ergänzt die production-ready Location, die Location-Recce-Checkliste und die perfekte Location-Anfrage.
Das wichtigste Prinzip ist Ehrlichkeit. Eine Location sollte nicht pauschal als barrierefrei beschrieben werden, wenn nur ein Teilbereich gut erreichbar ist. Besser ist eine konkrete Beschreibung: Eingang stufenlos, Aufzug vorhanden, Türbreiten, Rampenlänge, Bodenbelag, Toiletten, Parken und Einschränkungen.
Produktionen können mit ehrlichen Einschränkungen arbeiten. Was sie nicht brauchen, sind unklare Aussagen wie „sollte passen“ oder „irgendwie möglich“. Wer Zugang plant, muss wissen, wo es einfach wird, wo Hilfe nötig ist und wo eine Alternative geplant werden muss.
Der barrierefreie Weg beginnt nicht an der Set-Tür. Er beginnt bei der Anreise. Gibt es reservierbare Parkplätze nahe am Eingang? Wie ist der Untergrund? Gibt es Bordsteine, Gefälle, Kies, Kopfsteinpflaster, enge Tore, Schranken oder lange Wege zwischen Parkplatz und Set?
Der Treffpunkt sollte so gewählt werden, dass niemand erst durch unklare Hinterhöfe, Treppenhäuser oder Baustellenwege navigieren muss. Wenn der beste Zugang nicht der Haupteingang ist, gehört er mit Karte, Foto und Ansprechpartner in den Location Brief.
Für den Zugang zählen Details: Stufenanzahl, Schwellen, Türbreiten, automatische oder schwere Türen, Rampen, Steigung, Podeste, Aufzuggröße, Traglast, Bedienhöhe, Schlüssel, Öffnungszeiten und Ausfallrisiko. Ein Aufzug hilft wenig, wenn er nur über eine Vorstufe erreichbar ist.
Auch temporäre Lösungen müssen realistisch sein. Eine mobile Rampe braucht Länge, Auflagefläche, Sicherung, Personal und Zeit. Wenn sie nur mit mehreren Personen nutzbar ist, sollte das klar dokumentiert werden. Improvisierte Lösungen am Drehtag sind für Betroffene und Produktion vermeidbar belastend.
Viele Locations schaffen es bis zum Set, scheitern aber bei den Nebenflächen. Eine zugängliche Toilette, ein erreichbarer Aufenthaltsraum, ein ruhiger Rückzugsort, Maske, Garderobe, Catering und Kundenbereich gehören zur Planung. Wer nur die Kameraachse prüft, plant nicht den Arbeitstag.
Der Location Brief sollte deshalb unterscheiden: Setfläche zugänglich, Toilette zugänglich, Holding zugänglich, Catering zugänglich, Green Room zugänglich, Außenbereich zugänglich. Wenn ein Bereich nicht zugänglich ist, braucht die Produktion eine Alternative oder eine klare Entscheidung gegen diese Location.
Ein ebener Eingang reicht nicht, wenn Kabelwege, Matten, Schienen, Teppichkanten, Stative, Sandsäcke oder Kisten später die Wege blockieren. Barrierefreiheit ist deshalb auch Set-Ordnung. Crewwege müssen breit, frei und verständlich bleiben.
Kabel sollten so geführt werden, dass Wege nicht unnötig gekreuzt werden. Kabelbrücken, Matten und Rampen müssen nicht nur für Technik funktionieren, sondern auch für Personen, die mit Rollstuhl, Gehhilfe, Kinderwagen, Wagen, Koffer oder Verletzung unterwegs sind.
Zugang ist nicht nur Komfort. Im Notfall muss klar sein, wie Menschen die Location verlassen oder erreicht werden können. Notausgänge, Sammelpunkte, Aufzüge, Treppen, Rettungswege, Ansprechpartner, Schlüssel und alternative Wege gehören in die Sicherheitsplanung.
Wenn ein Weg nur mit Aufzug funktioniert, muss geprüft werden, was bei Ausfall oder Evakuierung passiert. Diese Frage sollte nicht erst gestellt werden, wenn der Drehtag läuft. Sie gehört in Recce, Location Brief und Produktionsplanung.
Hosts können Produktionen enorm helfen, wenn sie Zugangsdaten strukturiert angeben: Parken, Untergrund, stufenloser Eingang, Stufenanzahl, Rampen, Aufzug, Türbreiten, Toiletten, Weg zum Set, Weg zu Nebenräumen, Fotos der kritischen Stellen und bekannte Einschränkungen.
Auch negative Angaben sind professionell: kein Aufzug, Toiletten nur über Treppe, Kiesweg, enger Altbauflur, schwere Brandschutztür, Rampe nur nach Voranmeldung, Lastenaufzug nicht für Personen, Außenfläche bei Regen schwierig. Solche Informationen verhindern falsche Erwartungen.
Vor der Zusage sollte die Produktion wissen, wer Zugang braucht: Crew, Cast, Kunden, Agentur, Host, Gäste, Lieferanten oder Statistinnen. Unterschiedliche Gruppen bewegen sich zu unterschiedlichen Zeiten und durch unterschiedliche Bereiche.
Die nächste Frage lautet: Muss die Location selbst zugänglich sein, oder braucht nur ein bestimmter Setbereich eine Lösung? Für manche Produktionen reicht ein zugänglicher Interviewraum. Für andere müssen alle Arbeitsbereiche, Kundenzonen und Pausenflächen zuverlässig erreichbar sein.
Der Location Brief sollte Zugang nicht in einem Satz abhandeln. Besser sind konkrete Felder: Anreise, Parken, Eingang, Aufzug, Rampen, Türen, Setfläche, Toilette, Holding, Catering, Notwege, Ansprechpartner und Einschränkungen. Fotos sind hier oft hilfreicher als schöne Beschreibungen.
Wenn eine Einschränkung bleibt, wird sie klar benannt. Das ist keine Schwäche. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Produktion, Host und betroffene Personen rechtzeitig entscheiden können, ob die Location passt oder welche Anpassungen nötig sind.
SetScout kann Barrierefreiheit nicht behaupten, wenn Daten fehlen. Der bessere Ansatz ist, konkrete Zugangsinformationen sichtbar zu machen: Wege, Parken, Aufzug, Toiletten, Nebenflächen, Fotos und Einschränkungen. Daraus entsteht eine realistische Prüfung statt einer Marketingbehauptung.
Wer Drehorte vergleicht, sollte Zugang genauso früh prüfen wie Licht, Ton, Strom und Zufahrt. Eine Location, die ehrlich dokumentiert ist, spart Rückfragen und macht inklusive Produktionsplanung wesentlich einfacher.
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