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Produktionsteam in einer Innenlocation als Beispiel für Preisfaktoren bei Motivmiete.

People sitting at a table in a rustic cabin. von Hanna Lazar / Unsplash Unsplash License

SetScout Blog Artikel
3. Juli 2026

Motivmiete berechnen: Preisfaktoren für Hosts und Produktionen

Motivmiete lässt sich nicht sauber über Quadratmeter berechnen. Entscheidend sind Produktionsart, Störung, Exklusivität, Räume, Zeiten, Crewgröße, Nutzungsrechte, Nebenkosten, Versicherung und dein Mindestpreis.

Kapitel

  1. Kurzfassung
  2. Warum es keine feste Formel für Motivmiete gibt
  3. Schritt 1: Mindestpreis für die Blockade festlegen
  4. Schritt 2: Produktionsart und Budget einordnen
  5. Schritt 3: Räume, Exklusivität und Störung bewerten
  6. Schritt 4: Zeitmodell sauber definieren
  7. Schritt 5: Nutzung und Buyout nicht vergessen
  8. Schritt 6: Nebenkosten und Schutzmaßnahmen addieren
  9. Ein einfaches Worksheet für die Motivmiete
  10. Wann du günstiger oder teurer kalkulieren kannst
  11. Wie SetScout bei der Preisfindung hilft
  12. FAQ zur Motivmiete
  13. Wie berechne ich Motivmiete für mein Haus?
  14. Soll ich einen festen Tagessatz oder eine Verhandlungsspanne angeben?
  15. Muss ich Umsatzsteuer auf Motivmiete berechnen?

Motivmiete berechnen heißt nicht: Quadratmeter mal Stundensatz. Eine faire Filmlocation-Miete entsteht aus dem Wert des Motivs, dem Aufwand für den Host, dem Nutzen für die Produktion und den Risiken, die vor und nach dem Dreh entstehen.

Für Hosts ist die richtige Frage: Ab welchem Betrag lohnt sich die Störung wirklich? Für Produktionen lautet sie: Welcher Preis macht die Location verlässlich nutzbar, ohne versteckte Kosten nach der Zusage zu erzeugen?

Dieser Beitrag ist eine Kalkulationshilfe, kein verbindlicher Preisspiegel und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Nutze ihn, um eine nachvollziehbare Preislogik aufzubauen und danach konkrete Angebote zu vergleichen.

Kurzfassung

  • Starte mit deinem Mindestpreis für die Blockade der Location, nicht mit einem Wunschbetrag ohne Bezug zum Aufwand.
  • Erhöhe den Preis bei größerer Crew, Exklusivität, Nachtarbeit, Betriebsschließung, wertvollem Inventar oder breiten Nutzungsrechten.
  • Trenne Motivmiete, Nebenkosten, Reinigung, Kaution, Versicherung und Buyout gedanklich, auch wenn du später einen Paketpreis anbietest.
  • Der beste Preis ist erklärbar. Wenn beide Seiten verstehen, wofür sie zahlen, wird der Motivvertrag leichter.

Warum es keine feste Formel für Motivmiete gibt

LocationRobot beschreibt das Kernproblem treffend: Es gibt keine festen Regeln oder überregionalen Absprachen, weil jede Location und jede Produktion anders ist (LocationRobot). Genau deshalb sollte die Motivmiete nicht aus einer einzelnen Zahl entstehen, sondern aus mehreren Preisfaktoren.

Eine Villa, eine Mietwohnung, ein Restaurant, ein Büro und eine Fabrikhalle werden nicht nach derselben Logik bewertet. Noch wichtiger: Eine Social-Ad mit fünf Personen ist nicht dasselbe wie ein Werbedreh mit 35 Personen, Licht-Lkw und internationaler Nutzung.

Schritt 1: Mindestpreis für die Blockade festlegen

Der Mindestpreis ist der Betrag, ab dem du die Location für einen Produktionstag wirklich freigeben würdest. Er deckt nicht den Marktwert ab, sondern deinen eigenen Aufwand: Vorbereitung, Anwesenheit, entgangene Nutzung, Unsicherheit, Rückbau und die mentale Last, Fremde in sensible Räume zu lassen.

Die California Film Commission empfiehlt Eigentümern, eine gestaffelte Preislogik nach Produktionsbudget und Crewgröße aufzubauen und Prep- sowie Strike-Zeit gesondert zu berücksichtigen (California Film Commission). Übertragen auf Deutschland heißt das: Dein Mindestpreis ist der Boden, nicht automatisch der finale Preis.

Schritt 2: Produktionsart und Budget einordnen

Foto, Social Content, Musikvideo, TV, Serie, Werbung und Kinofilm haben unterschiedliche Budgets und unterschiedliche Risiken für die Location. Eine kleine redaktionelle Fotostrecke kann weniger zahlen als ein Markenfilm, auch wenn beide denselben Raum nutzen.

Für Hosts ist das kein Freifahrtschein für Mondpreise. Produktionen vergleichen mehrere Motive. Ein Preis, der nicht zum Produktionswert passt, führt oft nicht zu einer besseren Verhandlung, sondern zu einer anderen Location.

Schritt 3: Räume, Exklusivität und Störung bewerten

Je mehr Bereiche gesperrt werden, desto höher sollte die Motivmiete sein. Ein Wohnzimmer für vier Stunden ist etwas anderes als ganzes Haus, Garten, Garage, Treppenhaus, Küche, Bad, Holding, Make-up, Cateringfläche und Parkplatz für einen kompletten Drehtag.

Bei Gewerbeflächen ist die Störung noch konkreter: Umsatzverlust, Mitarbeitende, Kundendaten, Waren, Öffnungszeiten, Lieferzonen und Markenflächen. Ein Restaurant, das einen ganzen Tag schließt, kalkuliert anders als ein leerstehendes Büro am Wochenende.

Schritt 4: Zeitmodell sauber definieren

Der BVL-Leitfaden nennt als Orientierung 12 Stunden für einen Nutzungstag bei Film-, Vor- und Nacharbeiten und 10 Stunden bei Fotoaufnahmen. Darüber hinaus sollte eine Überstundenregelung greifen (BVL-Leitfaden für Motivverträge). Das ist für die Kalkulation wichtig, weil ein Drehtag ohne Zeitgrenze kein sauberer Preis ist.

Der gleiche Leitfaden nennt Auf- und Abbautage mit mindestens einer halben Tagesmiete und verweist darauf, dass Standtage ebenfalls vergütet werden können (BVL). In deiner Preislogik sollten also Drehtag, Vorbereitung, Rückbau, Overtime und Standzeit getrennt sichtbar sein.

Schritt 5: Nutzung und Buyout nicht vergessen

Die Motivmiete bezahlt nicht nur körperlichen Zugang. Bei kommerziellen Produktionen spielt auch die spätere Nutzung der Aufnahmen eine Rolle. Website, Social Ads, TV, Streaming, Kino, Presse, Standbilder und internationale Kampagnen haben unterschiedliche Reichweite.

Wenn die Location besonders erkennbar ist oder mit einer Marke, einem privaten Zuhause oder sensiblen Räumen verbunden wird, sollte der Nutzungsumfang im Preis und im Motivvertrag auftauchen. Ein Buyout ohne klare Medien, Laufzeit und Gebiet ist kein sauberer Preisbaustein.

Schritt 6: Nebenkosten und Schutzmaßnahmen addieren

Reinigung, Strom, Heizung, Wasser, Müll, Security, Hausmeister, Elektriker, Schutzvlies, Möbellagerung, Schlüsselübergabe und zusätzliche Versicherungsklärung sind keine Details. Entweder sie sind im Tagessatz enthalten oder sie werden separat vereinbart.

Der BVL empfiehlt, eine Reinigungspauschale im Motivvertrag auszuweisen oder genaue Reinigungstermine und Umfang schriftlich zu definieren. In Einzelfällen kann auch eine Kaution sinnvoll sein (BVL-Leitfaden).

Ein einfaches Worksheet für die Motivmiete

Für eine erste Kalkulation kannst du mit sechs Feldern arbeiten. Notiere für jedes Feld einen Wert oder eine Begründung. Am Ende entsteht kein automatischer Preis, aber eine nachvollziehbare Verhandlungsgrundlage.

  • Basis: Mindestpreis für einen klar begrenzten Nutzungstag.
  • Störung: bewohnte Räume, Betriebsschließung, Nachbarn, Mitarbeitende oder Gäste.
  • Logistik: Crewgröße, Fahrzeuge, Parken, Load-in, Strom, Ton, Toiletten und Holding.
  • Zeit: Aufbau, Rückbau, Overtime, Nacht, Wochenende und Standtage.
  • Rechte: Medien, Gebiet, Laufzeit, Paid Media, Standbilder und sensible Branchen.
  • Absicherung: Kaution, Versicherung, Schutzmaßnahmen, Reinigung und Rückgabezustand.

Wann du günstiger oder teurer kalkulieren kannst

Günstiger kann sinnvoll sein, wenn das Team klein ist, die Nutzung kurz bleibt, kaum Technik kommt, keine sensiblen Räume betroffen sind und die Produktion gut vorbereitet wirkt. Teurer ist plausibel bei Exklusivität, Nachtarbeit, großem Team, Betriebsausfall, wertvollem Inventar, schwieriger Logistik oder breiter Werbung.

Landauer Locations nennt für Wohnungen oder Häuser als Anbieter-Kommunikation 1.500 bis 5.000 Euro pro Drehtag und zusätzlich eine halbe Tagespauschale für Aufbau oder Abbautag (Landauer Locations). Das ist kein allgemeiner Tarif, aber ein Beispiel dafür, wie private Motive marktseitig eingeordnet werden.

Wie SetScout bei der Preisfindung hilft

SetScout kann dir die Verhandlung nicht abnehmen, aber die Anfrage besser machen. Je klarer Produktion, Datum, Räume, Crewgröße, Nutzung, Budgetrahmen und Sonderbedarf beschrieben sind, desto besser kann ein Host eine faire Motivmiete kalkulieren.

Hosts können ihre Location über Filmlocation anbieten vorbereiten. Produktionen sollten parallel die Filmlocation-Kosten und den Motivvertrag Film mitdenken, bevor sie eine verbindliche Anfrage stellen.

FAQ zur Motivmiete

Wie berechne ich Motivmiete für mein Haus?

Starte mit deinem Mindestpreis für einen klar begrenzten Nutzungstag. Addiere Zuschläge für Räume, Störung, Crewgröße, Zeit, Nachtarbeit, Vorbereitung, Rückbau, Reinigung, Schutzmaßnahmen und Nutzungsrechte. Vergleiche danach, ob der Preis zum Produktionsumfang passt.

Soll ich einen festen Tagessatz oder eine Verhandlungsspanne angeben?

Ein klarer Startpreis hilft, aber die Bedingungen müssen erklärt sein. Schreibe, was im Tagessatz enthalten ist und was nur nach Absprache gilt. So können Produktionen seriös anfragen und du musst nicht jede Ausnahme nachträglich verhandeln.

Muss ich Umsatzsteuer auf Motivmiete berechnen?

Das hängt von deiner steuerlichen Situation, deiner Rolle als Anbieter und der konkreten Rechnung ab. Kläre früh, ob dein Preis netto oder brutto gemeint ist und ob Umsatzsteuer ausgewiesen wird. Für verbindliche Antworten brauchst du Steuerberatung.

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