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Assorted power and signal cables as a reference for film location power planning

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SetScout Blog Artikel
4. Juli 2026

Strom am Drehort: Haushaltsstrom, CEE, Generator und Lastplan erklären

Praktischer Guide für Produktionen und Hosts: Welche Stromangaben ein Drehort braucht, wann Haushaltsstrom reicht und wann CEE, Generator oder Lastplan nötig werden.

Kapitel

  1. Was Haushaltsstrom am Drehort wirklich bedeutet
  2. Schuko, CEE und Drehstrom verständlich erklärt
  3. Warum der freie Lastplan wichtiger ist als die Maximalzahl
  4. Generator: nur eine Lösung, wenn Platz, Ton und Sicherheit passen
  5. Kabelwege, Wetter und Stolperstellen
  6. Was Hosts im Listing angeben sollten
  7. Welche Fragen vor der Recce geklärt werden
  8. Sicherheit und Verantwortung klar trennen
  9. Wie SetScout bei Stromfragen hilft

Strom ist einer der häufigsten Punkte, an denen eine Filmlocation in der Praxis kippt. Fotos zeigen Raum, Licht und Look. Sie zeigen aber nicht, ob ein Set mehrere Lampen, Akku-Ladegeräte, Videovillage, Catering, Heizung, Nebelmaschine und Arbeitslicht gleichzeitig verträgt.

Diese Übersicht erklärt, welche Strominformationen Produktion, Gaffer, Location Scout und Host vor der Zusage klären sollten. Sie ergänzt die Location-Recce-Checkliste, die Tech-Recce-Checkliste und spezielle Motivseiten wie Industrie-Location für Film oder Fabrikhalle als Filmlocation.

Was Haushaltsstrom am Drehort wirklich bedeutet

Haushaltsstrom heißt meistens: normale Steckdosen, mehrere Stromkreise, unbekannte Verbraucher im Gebäude und oft keine saubere Trennung zwischen Set, Küche, Büro, Heizung, Servern oder Licht. Für kleine Interviews, Akkus, Monitore und wenige LED-Flächen kann das reichen. Für große Leuchten oder viele gleichzeitige Verbraucher reicht die Aussage „Steckdosen vorhanden“ nicht.

Die Produktion sollte nicht nur fragen, ob Strom vorhanden ist. Besser sind konkrete Fragen: Welche Sicherungen gehören zu welchem Raum? Was läuft dauerhaft auf demselben Kreis? Gibt es getrennte Stromkreise für Küche, Aufenthaltsraum und Setfläche? Wo ist der Sicherungskasten? Wer darf ihn öffnen? Was passiert, wenn eine Sicherung fällt?

Schuko, CEE und Drehstrom verständlich erklärt

Schuko-Steckdosen sind die normale Haushaltsrealität. Sie sind praktisch, aber sie sind keine Garantie für belastbare Setleistung. Schon mehrere Geräte auf demselben Stromkreis können problematisch werden, wenn zusätzlich Kühlschrank, Wasserkocher, Heizung oder Bürogeräte laufen.

CEE-Anschlüsse sind für Produktionen interessanter, weil sie auf höhere Lasten und Drehstrom ausgelegt sein können. Entscheidend ist aber nicht nur die Farbe oder Größe der Dose. Entscheidend sind Absicherung, Zustand, verfügbare Leistung, Verteilung, Leitungslängen, Schutzmaßnahmen und die Frage, ob eine Elektrofachkraft die Nutzung freigibt.

Hosts sollten deshalb nicht versuchen, die Leistung selbst aus Etiketten abzuleiten. Für SetScout reicht als Listing-Information: Welche Anschlüsse gibt es, wo befinden sie sich, wie sind sie beschriftet, wer kann sie erklären, wann wurden sie zuletzt geprüft und welche Einschränkungen sind bekannt.

Warum der freie Lastplan wichtiger ist als die Maximalzahl

Für Produktionen zählt nicht die theoretische Maximalleistung einer Steckdose, sondern die freie Last. Eine Location kann starke Anschlüsse haben und trotzdem ungeeignet sein, wenn dieselben Kreise bereits Haustechnik, Gastronomie, Maschinen, IT, Kühlung oder Veranstaltungstechnik versorgen.

Ein einfacher Lastplan beginnt mit drei Spalten: Verbraucher, geschätzte Leistung, Stromkreis oder Verteiler. Darin stehen nicht nur Scheinwerfer. Auch Akku-Ladegeräte, Laptopplätze, Monitore, Funkstrecken, Tonwagen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizlüfter, Nebel, Ventilatoren und Catering gehören hinein.

Der Lastplan ist keine Aufgabe für den Host allein. Er ist ein Übergabepunkt zwischen Produktion, Gaffer, Location und gegebenenfalls Elektriker. Der Host liefert die Fakten zur vorhandenen Installation, die Produktion plant die Verbraucher, die verantwortliche Fachperson entscheidet über die sichere Umsetzung.

Generator: nur eine Lösung, wenn Platz, Ton und Sicherheit passen

Ein Generator löst nicht automatisch jedes Stromproblem. Er braucht Stellfläche, Kraftstofflogistik, Abstand zu Türen und Fenstern, Kabelwege, Wetterschutz, Brandschutz, Abgasführung, Lärmkontrolle und eine klare Zuständigkeit. Für Auswahl und Betrieb mobiler Stromerzeuger verweist die DGUV Information 203-032 auf Anforderungen, die Produktionen nicht improvisieren sollten.

Für die Motivprüfung reicht deshalb nicht die Frage „Generator möglich?“. Besser ist: Wo kann er stehen? Wie weit ist der Kabelweg? Gibt es Nachbarn, Innenhöfe oder O-Ton-Probleme? Darf dort ein Aggregat laufen? Wer bringt Verteiler, Kabelbrücken und Schutzmaßnahmen mit? Wo wird betankt?

Kabelwege, Wetter und Stolperstellen

Stromplanung ist auch Wegeplanung. Lange Kabelwege kosten Zeit, erzeugen Stolperrisiken und können im öffentlichen oder halböffentlichen Raum genehmigungsrelevant werden. Kabel über Türschwellen, Treppen, Fluchtwege, nasse Böden, Höfe oder Gehwege müssen vor der Zusage realistisch bewertet werden.

Bei Außenmotiven kommen Regen, Matsch, Frost, Hitze und Dunkelheit dazu. Eine Location kann technisch funktionieren, solange es trocken ist, und am Drehtag unsicher werden, wenn Kabel in Pfützen liegen oder Verteiler keinen Schutz haben. Genau deshalb gehört Strom in die Recce und nicht erst in den Aufbau.

Was Hosts im Listing angeben sollten

Hosts müssen keinen vollständigen Elektroplan veröffentlichen. Sie sollten aber die Informationen bereitstellen, die eine Produktion vor einer Anfrage braucht: Haushaltsstrom ja/nein, CEE ja/nein, Anschlusspositionen, Fotos der relevanten Dosen und Verteiler, bekannte Grenzen, Zugang zum Sicherungskasten und Kontakt zur technischen Betreuung.

Hilfreich sind auch Negativangaben: keine Starkstromnutzung, keine Generatoren im Innenhof, keine Kabel durch Treppenhaus, keine Nachtarbeit mit Aggregat, keine Nutzung bestimmter Maschinenkreise. Solche Angaben schrecken gute Produktionen nicht ab. Sie verhindern falsche Anfragen und sparen Hosts Diskussionen am Drehtag.

Welche Fragen vor der Recce geklärt werden

Vor der Recce sollte die Produktion eine grobe Verbraucherannahme haben: Welche Lichtgröße ist geplant? Wird O-Ton gedreht? Gibt es Video Village, Kundenmonitore, Playback, Nebel, Spezialeffekte, Küchenbetrieb oder viele Akkus? Welche Bereiche liegen weit auseinander? Gibt es eine Indoor- und eine Outdoor-Variante?

Der Scout kann diese Fragen nicht allein beantworten. Er oder sie kann aber dafür sorgen, dass Strom nicht als späteres Technikproblem behandelt wird. Wenn die Leistung unsicher ist, gehört eine Tech Recce mit Gaffer oder Elektrofachkraft in den Ablauf.

Sicherheit und Verantwortung klar trennen

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind ein Arbeitsschutzthema. Die DGUV Vorschrift 3 regelt elektrische Anlagen und Betriebsmittel im betrieblichen Kontext. Für Produktionen heißt das praktisch: Niemand sollte provisorische Verteilungen, Überlastungen oder Generatorbetrieb nach Bauchgefühl entscheiden.

Die Location liefert Informationen. Die Produktion entscheidet, welche Verbraucher sie einsetzen will. Die elektrische Fachverantwortung muss prüfen, ob Aufbau, Verteilung und Schutzmaßnahmen passen. Diese Trennung gehört auch in den Location Brief, damit am Drehtag nicht der Host, Runner oder Scout spontan elektrische Entscheidungen treffen muss.

Wie SetScout bei Stromfragen hilft

SetScout kann Stromfragen nicht durch schöne Fotos ersetzen. Der Wert liegt darin, technische Angaben strukturiert sichtbar zu machen: Anschlussarten, Fotos, Räume, Zufahrt, Generatoroptionen, Einschränkungen und Recce-Notizen gehören in denselben Location-Kontext wie Look und Verfügbarkeit.

So wird aus der Suche nach passenden Drehorten ein belastbarer Auswahlprozess. Produktionen können schlechte Fits früher aussortieren, Hosts bekommen präzisere Anfragen, und technische Fragen werden vor der Buchung geklärt statt am Morgen des Drehs.

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